LED-Umrüstung im Betrieb: die Rechnung mit einfachen Zahlen

Wie man in fünf Minuten überschlägt, ob sich die Umrüstung einer Hallenbeleuchtung lohnt – und welche Posten in dieser Rechnung meistens fehlen.
LED-Lichtband unter der Dachkonstruktion einer Werkhalle

Für eine erste Einschätzung brauchen Sie vier Zahlen. Sie stehen alle auf Ihrer Stromrechnung oder lassen sich in zehn Minuten zusammenzählen.

Die Überschlagsrechnung

  1. Anzahl der Leuchten im betrachteten Bereich.
  2. Anschlussleistung je Leuchte in Watt – bei Leuchtstoffanlagen einschließlich Vorschaltgerät, also eher mehr als der Aufdruck auf der Röhre.
  3. Betriebsstunden im Jahr. Bei Zweischichtbetrieb kommen schnell 4.000 Stunden und mehr zusammen, bei einem Lager mit Bewegungsmelder deutlich weniger.
  4. Ihr Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde.

Der jährliche Verbrauch ergibt sich aus Anzahl × Leistung × Betriebsstunden ÷ 1.000. Dasselbe rechnen Sie mit der geplanten LED-Leistung. Die Differenz mal Ihrem Arbeitspreis ist die jährliche Ersparnis. Investition geteilt durch Ersparnis ergibt die einfache Amortisationszeit.

Beispielhaft: 40 Leuchten mit je 120 Watt, 3.000 Betriebsstunden, 30 Cent je Kilowattstunde ergeben 14.400 Kilowattstunden und rund 4.320 Euro im Jahr. Ersetzt durch 40 Leuchten mit je 50 Watt sind es 6.000 Kilowattstunden und rund 1.800 Euro – eine Differenz von etwa 2.520 Euro pro Jahr. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine Zusage; Ihre Werte setzen wir beim Ortstermin ein.

Die Posten, die in der Rechnung meistens fehlen

Wartung und Ersatz

Leuchtstoffröhren werden getauscht, Vorschaltgeräte fallen aus, und für den Tausch in acht Metern Höhe braucht es eine Hubarbeitsbühne. Diese Kosten entfallen bei LED weitgehend – sie gehören auf die Habenseite und werden regelmäßig vergessen.

Lichtqualität und Arbeitsschutz

Alte Anlagen liefern nach Jahren spürbar weniger Licht als am ersten Tag. Wenn die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz unter den Anforderungen liegt, ist das kein Komfortthema, sondern ein Arbeitsschutzthema. Wir messen deshalb vorher – und nach der Umrüstung noch einmal.

Steuerung

Präsenz- und Tageslichtsteuerung kann die Ersparnis noch einmal deutlich erhöhen – aber nur dort, wo tatsächlich Zeiten ohne Nutzung entstehen. In einem Durchgangsflur mit ständigem Verkehr schaltet der Melder ohnehin nie ab; dort ist die Investition verloren.

Entsorgung

Alte Leuchtmittel und Leuchten müssen fachgerecht entsorgt werden. Das kostet, gehört ins Angebot und sollte mit Nachweis dokumentiert sein.

Wann sich die Umrüstung nicht lohnt

Bei wenigen hundert Betriebsstunden im Jahr dauert die Amortisation über den Stromverbrauch sehr lange. Dann kann trotzdem etwas dafür sprechen – etwa das Ende der Ersatzteilversorgung oder eine zu geringe Beleuchtungsstärke –, aber nicht die Energieersparnis. Wir sagen Ihnen, in welchen Bereichen Ihres Betriebs die Rechnung nicht aufgeht.

Umbausatz oder neue Leuchte?

Vorhandene Gehäuse mit LED-Umbausätzen weiterzuverwenden spart Investition. Es kann aber Gewährleistung und Zulassung der ursprünglichen Leuchte berühren und passt nicht zu jedem Gehäuse. Bei Feuchtraum- und Ex-Bereichen ist davon in der Regel abzuraten. Wir sehen uns die vorhandenen Leuchten an und sagen im Einzelfall, ob das eine gute Idee ist.

Förderung

Für Effizienzmaßnahmen im Gewerbe gibt es je nach Programm und Zeitpunkt Zuschüsse. Welche gerade greifen und ob Ihr Vorhaben die Bedingungen erfüllt, prüfen wir vor der Beauftragung – Förderbedingungen ändern sich zu häufig, um sie pauschal zu nennen. Wichtig ist auch hier: In vielen Programmen muss der Antrag vor der Beauftragung gestellt sein.

Wie wir vorgehen

Wir zählen und messen vor Ort, rechnen mit Ihren Zahlen und legen die Annahmen offen – Strompreis, Betriebsstunden, Leistungsaufnahme und Wartungskosten. Damit können Sie unsere Rechnung nachvollziehen und mit einem zweiten Angebot vergleichen. Mehr dazu auf der Seite Beleuchtung und LED.

Wenn ohnehin ein Umbau der Verteilung ansteht, lohnt es sich, beides zusammenzulegen – siehe Elektroinstallation.

NexVolt

Lichtplanung heißt nicht Leuchten zählen

Der häufigste Fehler bei Umrüstungen: Man ersetzt jede alte Leuchte durch eine neue an derselben Stelle. Weil LED-Leuchten ein anderes Abstrahlverhalten haben, entstehen dabei oft dunkle Zonen zwischen den Lichtpunkten oder Blendung an den Arbeitsplätzen.

Sinnvoller ist es, die Anordnung an der Tätigkeit auszurichten: Über einer Werkbank braucht es andere Beleuchtungsstärken als im Lagergang, und in Bereichen mit Bildschirmarbeit ist die Blendungsbegrenzung wichtiger als die reine Lichtmenge. Häufig kommt man mit weniger Leuchten aus, wenn man sie richtig setzt.

Lichtfarbe und Farbwiedergabe

Zwei Angaben lohnen einen Blick ins Datenblatt. Die Farbtemperatur in Kelvin bestimmt, ob das Licht warm oder kühl wirkt – in Produktion und Lager ist neutralweißes Licht üblich, in Sozial- und Besprechungsräumen eher warmweißes.

Der Farbwiedergabeindex beschreibt, wie natürlich Farben unter dem Licht erscheinen. In Bereichen, in denen Farben unterschieden werden müssen – Elektrowerkstatt, Lackierbereich, Qualitätskontrolle – ist ein hoher Wert kein Komfortmerkmal, sondern eine Anforderung.

Flackern und Gleichmäßigkeit

Billige LED-Leuchten flackern mit der Netzfrequenz. Bewusst wahrnehmbar ist das selten, es führt aber zu Ermüdung – und an rotierenden Maschinen kann es einen Stroboskopeffekt erzeugen, bei dem eine drehende Welle stillzustehen scheint. In Werkstätten ist das ein Sicherheitsthema und ein Grund, bei der Leuchtenauswahl nicht am falschen Ende zu sparen.

Abschnittsweise umrüsten

Sie müssen nicht alles auf einmal machen. Sinnvoll ist es, mit den Bereichen zu beginnen, die die meisten Betriebsstunden haben – dort amortisiert sich die Investition am schnellsten. Nebenräume und selten genutzte Bereiche können in einer zweiten Stufe folgen.

Wichtig ist nur, dass die Planung von Anfang an das Gesamtbild kennt, damit Steuerung und Schaltgruppen später zusammenpassen. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite Beleuchtung und LED.

Was die Umrüstung in der Verteilung auslöst

Ein Nebeneffekt, mit dem viele nicht rechnen: LED-Leuchten haben eine deutlich geringere Leistungsaufnahme, aber teilweise hohe Einschaltströme. Wenn viele Leuchten auf einem Stromkreis gleichzeitig zuschalten, kann der Leitungsschutzschalter auslösen, obwohl die Dauerlast gesunken ist.

Abhilfe schaffen eine andere Auslösecharakteristik, eine Aufteilung auf mehrere Stromkreise oder Einschaltstrombegrenzer. Das gehört in die Planung und nicht in die Fehlersuche nach der Montage – und es ist ein guter Grund, eine Umrüstung nicht als reinen Leuchtentausch zu behandeln.

Gleichzeitig entsteht eine Gelegenheit: Wenn die Verteilung ohnehin angefasst wird, lassen sich Schaltgruppen sinnvoller aufteilen und Reserven für Steuerung und spätere Erweiterungen schaffen.

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