Wallbox zu Hause: Anmeldung, Absicherung und was oft vergessen wird

Eine Wallbox ist schnell montiert. Die Arbeit steckt in Zuleitung, Absicherung und Anmeldung – und in der Frage, was in fünf Jahren noch dazukommt.
Wallbox mit aufgewickeltem Ladekabel an der Fassade eines Wohnhauses

Eine Wallbox an die Wand zu schrauben, dauert eine halbe Stunde. Alles andere daran dauert länger – und genau dort entstehen die Fehler, die später auffallen: ein zu knapper Leitungsquerschnitt, eine fehlende Anmeldung oder eine Absicherung, die nicht zum Gerät passt.

Anmelden oder genehmigen lassen?

Ladeeinrichtungen sind beim Netzbetreiber anzuzeigen. Ab einer bestimmten Anschlussleistung ist zusätzlich eine Zustimmung erforderlich, bevor das Gerät in Betrieb geht. Wo genau diese Schwelle liegt und welches Formular verlangt wird, unterscheidet sich zwischen den Netzbetreibern – deshalb prüfen wir das für Ihren konkreten Anschluss und übernehmen die Meldung.

Was viele überrascht: Die Anmeldung setzt eine Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers voraus. Sie können sie also nicht selbst einreichen, auch wenn Sie das Gerät selbst gekauft haben.

Die Absicherung

Eine Wallbox braucht einen eigenen Stromkreis mit passendem Leitungsschutz. Dazu kommt der Fehlerstromschutz: Weil Ladevorgänge Gleichfehlerströme erzeugen können, ist eine Erkennung dafür erforderlich. Manche Geräte bringen sie mit, andere nicht – dann muss sie in der Verteilung ergänzt werden. Das ist kein Detail, sondern der Unterschied zwischen einer sicheren und einer unsicheren Installation.

Der Leitungsquerschnitt richtet sich nach Leistung und Leitungslänge. Bei langen Wegen zur Garage wird der Querschnitt schnell größer, als man vermutet. Unsere Empfehlung: eher eine Nummer größer und ein Leerrohr daneben. Der Graben wird nur einmal gemacht.

Reicht der Hausanschluss?

Für einen einzelnen Ladepunkt fast immer – notfalls mit reduzierter Ladeleistung. Kritisch wird es, wenn zusätzlich eine Wärmepumpe, ein Durchlauferhitzer und ein Elektroherd gleichzeitig laufen können. Dann ist entweder eine Erhöhung der Anschlussleistung nötig oder ein Lastmanagement, das die Ladeleistung dynamisch zurücknimmt.

Das Lastmanagement ist dabei fast immer die günstigere Lösung – und die, die auch dann noch trägt, wenn ein zweites Fahrzeug dazukommt.

Der Zählerplatz

Wie bei der Photovoltaik ist der Zählerplatz häufig der eigentliche Engpass. Für Steuerungstechnik und zusätzliche Zähler braucht es Raum, den ältere Schränke nicht haben. Wir sehen uns den Zählerplatz deshalb an, bevor wir ein Angebot machen – Details dazu auf der Seite Zählerschrank und Verteilerbau.

Mit Solarstrom laden

Der wirtschaftlich interessanteste Fall: Die Wallbox lädt vorrangig den Überschuss der eigenen Anlage. Dafür braucht es eine Wallbox, die das unterstützt, und eine Messung, die den Überschuss erkennt.

Ehrlich dazu gehört: Wenn das Fahrzeug tagsüber nicht zu Hause steht, laden Sie überwiegend abends – und damit Netzstrom oder Strom aus dem Speicher. Überschussladen lohnt sich vor allem bei Zweitfahrzeugen, im Homeoffice und an Wochenenden. Wie wir das koppeln, steht auf der Seite Wallbox und Ladeinfrastruktur.

Und die Förderung?

Förderprogramme für Ladepunkte gibt es auf Bundes-, Landes- und teilweise auf kommunaler Ebene – sie ändern sich allerdings häufig, laufen aus und werden neu aufgelegt. Belastbare Aussagen dazu treffen wir erst nach einer aktuellen Prüfung zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens.

Wichtig ist der Ablauf: Bei den meisten Programmen muss der Antrag vor der Beauftragung gestellt sein. Sprechen Sie uns deshalb an, bevor Sie unterschreiben, nicht danach.

Was oft vergessen wird

  • Der Kabelweg. Ein Ladekabel, das über den Gehweg liegt, ist eine Stolperstelle. Die Position der Wallbox sollte zum Stellplatz und zur Ladebuchse des Fahrzeugs passen.
  • Die Mietsituation. In Mehrfamilienhäusern und bei Mietobjekten braucht es Zustimmungen und ein Konzept für weitere Parteien – eine Einzellösung je Stellplatz wird schnell teuer.
  • Der Überspannungsschutz. Eine Wallbox an einer Außenwand ist exponiert. Ableiter in der Verteilung sind hier kein Luxus.

Wenn Sie ohnehin über Photovoltaik nachdenken, planen Sie beides zusammen. Die Zuleitung, der Zählerplatz und die Steuerung werden dann einmal gemacht statt zweimal.

NexVolt

Welche Ladeleistung ist sinnvoll?

Die verbreitete Annahme „so viel wie möglich“ führt selten zur besten Lösung. Entscheidend ist, wie viele Kilometer Sie am Tag fahren und wie lange das Fahrzeug steht.

Ein Fahrzeug, das über Nacht zwölf Stunden an der Wallbox hängt, füllt auch mit moderater Ladeleistung problemlos die Tagesstrecke nach. Höhere Leistung braucht es dort, wo mehrere Fahrzeuge nacheinander laden oder wo tagsüber zwischengeladen werden muss.

Für das Fahrzeug selbst gilt: Es lädt nur so schnell, wie sein eigenes Ladegerät es zulässt. Eine leistungsstärkere Wallbox bringt dann keinen Vorteil, kostet aber mehr Aufwand bei Zuleitung und Anmeldung. Prüfen Sie diesen Wert im Fahrzeughandbuch, bevor Sie sich festlegen.

Steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Ladeeinrichtungen ab einer bestimmten Leistung gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf die Leistung in seltenen Fällen vorübergehend reduzieren, um das Netz stabil zu halten; im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.

Praktisch merkt man davon im Alltag meist nichts, weil die Reduzierung selten und zeitlich begrenzt ist. Technisch braucht es dafür eine Steuerungsmöglichkeit am Zählerplatz – ein weiterer Grund, den Zählerschrank vor der Wallbox anzusehen.

Checkliste vor der Beauftragung

  • Wo genau soll die Wallbox hängen, und passt das zur Ladebuchse des Fahrzeugs?
  • Wie lang ist der Leitungsweg von der Verteilung bis dorthin?
  • Ist eine zweite Wallbox absehbar – heute oder in einigen Jahren?
  • Gibt es eine PV-Anlage oder ist eine geplant?
  • Wem gehört die Wand, an der montiert wird – und liegt eine Zustimmung vor?
  • Ist ein Förderantrag geplant, der vor der Beauftragung gestellt werden muss?

Wenn Sie diese sechs Punkte zur Anfrage mitschicken, können wir meist schon vor dem Ortstermin sagen, in welcher Größenordnung sich das Vorhaben bewegt. Nutzen Sie dafür das Angebotsformular.

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